Bürgermeisterwahl in Bozen

Das Kandidatenroulette zur Wahl des Bürgermeisters in Bozen dreht sich. Wenn am 16. Mai 2010 die in der Landeshauptstadt ansässigen Bürgerinnen und Bürger der EU-Länder zur Direktwahl gebeten werden, ist nicht weniger als der Posten des Oberhauptes der Stadt zu vergeben. Naturgemäß möchte jeder der zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten schon im Vorfeld gut von sich reden machen. Doch offenbaren sich beim Ringen um Macht und Einfluss auch regelmäßig parteiinterne Reibungspunkte. Kaum bringt Michaela Biancofiore von der PdL in einem Brief an Silvio Berlusconi und die Parteileitung den Ex-Hockeyspieler Robert Oberrauch als unterstützungswürdigen Anwärter ins Spiel, weht ihr aus den eigenen Reihen Gegenwind ins Gesicht. Bozens Kurzzeitbürgermeister Giovanni Benussi verweist nämlich auf eine Telefonumfrage, in der eindeutig er als aussichtsreichster Kandidat und Oberrauch eher nur als Außenseiter in Frage komme. Benussi drängt sich dabei wiederum in den Zweikampf zwischen seine PdL-Parteikollegen Giorgio Holzmann und Mario Tagnin. Währenddessen gab ein weiterer Herausforderer überraschend seine Teilnahme an der Gemeinderatswahl bekannt: Luigi Spagnolli (parteilos), der amtierende Bozner Bürgermeister. Wollte Spagnolli sich zunächst wegen fehlender Unterstützung sowie Spannungen in seinem Mitte-Links-Bündnis nicht mehr zur Wahl stellen, tritt nun doch als Kandidat an. Man darf also gespannt sein, wer sich schließlich bei der Abstimmung gegenübersteht und auf wen die Wähler dann letztendlich setzen. Viel Zeit bleibt nicht mehr bis es für die Nominierung heißt „rien ne va plus“.

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