Gemeinderatswahl: des Einen Freud, des Andern Leid

Während die einen ihren Erfolg feiern, lösen sich bei anderen Parteien Bande auf, die wohl nur zum Zwecke der Wahl zusammengehalten wurden.

Zu den ersteren gehören beispielsweise die Freiheitlichen. Stellten sie vor fünf Jahren noch 20 Gemeinderäte in 13 Gemeinden, stieg die Zahl 2010 auf 131 Gemeinderäte in 56 Gemeinden – die vorgezogenen Wahlen in Brenner und Feldthurns einberechnet. Zu den zweiteren muss man nach der Wahl wohl die PdL rechnen. 50 Gemeinderatssitzen im Jahr 2005 stehen nun noch 38 gegenüber, ein Verlust von 24%. Als Reaktion auf dieses Ergebnis hat der PdL-Vize-Koordinator Alberto Sigismondi seinen Rücktritt angekündigt. Der schlechte Wahlausgang war für ihn die Folge des Auftretens von PdL-Politikerin Michaela Biancofiore. Dieser wirft er zum einen populistische Tendenzen vor, und zum anderen das Fehlen eines klaren Programms für die Zeit nach der Wahl. Sie habe „nicht verstanden, wo und in welcher Realität die Wähler leben“, so Sigismondi. Sein Rücktritt sei die Konsequenz aus dem Verhalten seiner Parteikollegin: „Ich will mit Frau Biancofiore nichts mehr zu tun haben. Es ist unmöglich, mit ihr zusammenzuarbeiten“.

In Deutschland hört man solche offenen Worte in der Politik kaum. Das wäre manchmal aber sicherlich ehrlicher als diplomatische Solidaritätsbekundungen, die sich im Fall eines Rückschlags blitzschnell in Schall und Rauch auflösen. Wie dem auch sei, man darf gespannt sein, welche der Wahlversprechen im schönen Südtirol eingehalten werden und wer möglicherweise an der Nase herumgeführt wurde.

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